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Russischer Grenadier 1813 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:58 Uhr |
Nach
der Völkerschlacht von Leipzig im Oktober 1813 näherten sich die
Alliierten im Dezember (Preussen, Russland, Österreich) der Grenze
Frankreichs, Um rasch den Rhein zu überschreiten, beschloss ihre
Führung, die Schweizer Brücken zwischen Schaffhausen und Basel zu
nutzen, Die Schweiz war nicht in der Lage, diese Verletzung ihrer
Neutralität zu verhindern - zu schwach waren ihre Grenztruppen. Der
Kommandant der eidgenössischen Truppen, Oberst von Herrenschwand, hatte
keine andere Wahl, als sich dem Druck der verbündeten Mächte zu beu-
gen und den Durchmarsch zu gestatten, Am 21 . Dezember begann der
Einmarsch der alliierten Truppen, während die Schweizer Grenztruppen
auf den Heiligen Abend aus dem Dienst entlassen wurden, Allein Basel
musste in der ersten Nacht über 18 000 Mann Quartier bieten, derweil
Zehntausende weiter Richtung Hauenstein oder Elsass zogen. Der
mehrtägige Durchmarsch kostete die Stadt über 600 000 Verpflegungstage.
Überall verlangten ausgehungerte Soldaten nach Unterkunft und Essen,
und als sie gegangen waren, hatten sie Flecktyphus eingeschleppt.
Gerade die Soldaten des Zaren Alexander 1. wurden von vielen Schweizern
mit grosser Neugier beobachtet.
Unser russischer Grenadier hat
es sich für eine Marschpause im Heu bequem gemacht. Seine Uniform
entspricht weitgehend der Ordonnanz von 1812. Er kann sich glücklich
schätzen, einen der grauen Wintermäntel, Modell 1811 mit farbigem
Kragen, zu besitzen, viele russische Soldaten trugen nur ihren Frack
als Oberbekleidung in jenen kalten Tagen. Am linken Arm erkennt man die
weisse Armbinde als gemeinsames Erkennungszeichen der Alliierten,
eingeführt, nachdem ein Kosake einen englischen Offizier verwundete,
den er für einen Franzosen hielt. Die tellerförmige Feldmütze hat die
Police-Mütze nach französischem Vorbild abgelöst. Am Holzpfosten hat
der Grenadier seinen Tschako der Ordonnanz 1812 aufgehängt, der bei den
Russen «Kiwer» genannt wurde. Die russische Armee pflegte die
Eigenheit, selbst im harten Feldeinsatz die volle Ziergarnitur auf dern
Tschako zu tragen, inklusive der weissen Kordeln und des sehr hohen
schmalen Wollbusches (Abzeichen der Elitekompanien). Im Winter trugen
die Soldaten über den weissen Tuchhosen schwarze Gamaschen als
zusätzlichen Beinschutz. An den weissen Bandeliers hängen das
Seitengewehr und die Munitionstasche Modell 1808. Der Tornister mit
aufgeschnalltem Essgeschirr wurde mit einem zusätzlichen Querriemen
über die Brust fixiert. Die wichtigsten Kleinigkeiten befinden sich in
dem weissen Leinenbrotbeutel unter seinem Gewehrkolben. Um 1812 gab es
in der russischen Armee Gewehre mit zwölf verschiedenen Kalibern.
Vielfach waren die ausgegebenen Waffen von miserabler Qualität, dies
galt auch für die abgebildete Tula-Muskete. Die Manufakturen Tula und
Sestrovetsk stellten damals pro Jahr zwischen 150 000 und 170 000
Musketen her.
Roger Rebmann - Rost und Grünspan
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