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Berner Raketenbatterie 29 um 1857 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:57 Uhr |
Zunächst
nutzen in Europa die Briten zur Zeit der Napoleonischen Kriege die
Raketenartillerie. Nach dem ersten Auftritt wurde diese neuartige Waffe
aber rasch auch in andere europäischen Staaten populär, obwohl sie an
mangelnder Treffsicherheit krankte. Das war aber damals nicht so
schlimm, denn auch die konventionellen Artilleriegeschütze waren nicht
eben Präzisionswaffen, schossen jedoch viel langsamer und waren im
Gelände schwerfälliger. Nach langjährigen Versuchen entschloss sich der
junge Bundesstaat mit der Militärorganisation vom Mai 1850 zur
Aufstellung von Raketenbatterien in der Schweizer Armee. Bern stellte
dabei die Auszugs-Raketenbatterie 29 und die Reservebatterie 57.
Unser
Bild zeigt eine Gruppe Artilleristen der Berner Raketenbatterie 29 beim
Übungsschiessen auf dem Waffenplatz Thun. Zum Schutz gegen den
Funkenflug trugen die „Raketeure“ graue Überröcke aus Zwilch, so
konnten die prachtvollen Uniformfräcke, wie ihn der Gefreite rechts
neben der Dreibeinlafette trägt, geschont werden. Die drei Raketeure
mit den langen Überröcken tragen den hohen Tschako der Ordonnanz 1852
mit dem geflammten roten Pompon der Artillerie und der entsprechenden
Garnitur darunter. Am weissen Gurt hängt das Faschinenmesser Modell
1852. Unter den dunkelblauen Hosen mit rotem Vorstoss entlang der
Seitennaht tragen die Männer Tuchgamaschen.
Rechts im Vordergrund
lauscht ein Parkartillerist den Ausführungen eines Raketeurs. Da er
Bewachungsaufgaben wahrnimmt, ist er mit dem speziellen Gewehr für
Parkartilleristen bewaffnet. Die Munitionstasche dazu hängt am
Bandolier über der Schulter, an ihr iat auch ein Bajonettfrosch
befestigt. Die Seitenwaffe ist ebenfalls das Faschinenmesser. Seine
Uniform entspricht, wie jene der ganzen Grupppe, der Ordonnanz 1852.
Als Artillerist trägt er die gefransten Schulterstücke (Epauletten) in
der Waffenfarbe rot.
Die stets an mangelnder Präzision schwächelnde
Raketenartillerie wurde schliesslich per 19. Juli 1867 wieder
abgeschafft. Heute gibt es wieder Raketen als Kriegswaffen. Sie kosten
zuweilen pro Stück mehr als die gesamte Schweizer Raketenartillerie
zusammengenommen, und wie man hören muss, treffen auch sie nicht immer,
was sie sollten, und richten dabei ein Vielfaches an Zerstörung an.
Roger Rebmann, Basel
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