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Basler Artillerietrompeter um 1854 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:56 Uhr |
Basler
Artilleristen standen in besonderem Rufe, seit sie eine kleine
Revolution vom Zaun brachen. Während alle Basler Truppen 1844 einen
leichten Tschako fassten, musste die Artillerie das alte schwere Modell
behalten. Der Artillerist und Zeitungsredaktor Karl Brenner machte
seinen Ärger darüber derart publik, dass ihn die Obrigkeit kurzerhand
als Aufwiegler einkerkerte. Am 4. August 1845 rotteten sich jedoch die
Basler Kanoniere bei einer Übung in der Klingentalkaserne zusammen und
zogen zum Lohnhofgefängnis. Dort befreiten sie den Waffenbruder
eigenmchtig aus der Zelle und trugen ihn stolz durch die Stadt. Blut
floss nicht bei diesem „Käppisturm“, doch konservative Basler Gemüter
waren zutiefst erschüttert. Dennoch, als 1847 die Batterie 7 auf
eigenes heftiges Drängen hin als einziges Basler Militär mit den
eidgenössischen Truppen in den Sonderbundskrieg zog, trugen auch die
Kanoniere den neuen leichten Tschako. Das Faschinenmesser, das Karl
Brenner in diesem Feldzug trug, hütete heute übringens der
Artillerie-Verein Basel-Stadt.
Unser Bild zeigt einen Trompeter der
Basler Batterie 7 um 1854. Sein Tschako entspricht dem neuen Modell von
1844, von dem oben die Rede war. Der Helm wurde mit einigen Änderungen
der eidgenössischen Ordonnanz 1852 angepasst und trägt nun einen roten
Pferdehaarbusch, der den Artillerietrompeter auszeichnet. Darunter
prangt die Kokarde in den Standesfarben. Diese Kokarde wird durch eine
Metallganse fixiert, die eine kleine platzende Granate ziert. Darunter
erkennt man die messingfarbenen gekreuzten Kanonenrohre der Artillerie.
Ganz unten, hier vom Schirm verdeckt, steht die Nummer der Basler
Batterie 7.
Der rote Kragen des dunkelblauen Uniformfracks weist
eine orangegelbe Borte aus Kamelhaar auf, welche ebenfalls den
Trompetern der Kavallerie vorbehalten ist. Der Frack hat rote Vorstösse
und ist mit messingfarbenen Knöpfen versehen, welche die Insignien der
Artillerie tragen. Die als Schulterschutz getragenen gefransten
Epauletten sidn ind der Waffenfarbe Rot gehalten. Am linken Arm wird
die eidgenössische Armbinde getragen.
Über seine linke Schulter
trägt der Trompeter die so genannte Giberne, die Munitionstasche für
Pistolenträger. Die Tasche aus schwarzem Leder hing auf dem Rücken, um
den Mann nicht beim Reiten zu behindern. An ihr war der Ladestock
befestigt, mit einem Lederriehmen gegen das Verlorengehen gesichert.
Hier ist von der Tasche nur ihr Traggireme aus wiessem Büffelleder
sichtbar, der vorne mit einer halbrunden Zündhütchentasche versehen
ist.
Dekorativ befestig ist die Räumnadel zum Freistossen eines
verschutzten Pistons. Sie ruht in einer Messinghülse und ist mit einem
Kettchen an einer Zierplatte am Riemen befestigt. Ebenfalls aus weissem
Büffelleder ist der Gurt mit der messingfarbenen Schliesse. Auf ihr
tragen die Artilleristen wiederum die gekreuzten Kanonenrohre. Als
Seitenwaffe trägt unser Trompeter hier den Säbel der Ordonnanz 1852 für
Berittene. Die Trompete ist mit einer roten Kordel versehen, mit der
das Instrument umgehängt getragen werden kann.
Roger Rebmann, Basel
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