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Solothurner Füsiliere 1916 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:56 Uhr |
«Wer
jemals einen Tritt zu versetzen gezwungen war und das mit der Vehemenz
des eingedrillten Spickens tat, wird über die Wirkung so erstaunt wie
zugleich dankbar darüber gewesen sein, zu den Könnern des Taktschritts
zu zählen ...» Mit diesen ironischen Worten beschrieb der Lyriker und
Publizist Hans Schumacher einen der «praktischen Werte» des so
ungeliebten Taktschrittes.
Diese Art des Gleichschrittes für das
Defilee gelangte Ende des 19. Jahrhunderts aus Deutschland in die
Schweiz. Es entstand, als helvetische Abart des preussischen
Stechschritts, der Taktschritt. Da man in der Schweizer Milizarmee
nicht soviel Zeit zur Verfügung hatte, um mit jungen Rekruten oder
gestandenen Wehrmännern diesen Defilierschritt zu üben, fiel die
einheimische Version der Paradegangart auch etwas milder aus.
Allerdings gelangte der Taktschritt in Kriegszeiten zu besonderer
Blüte. 1914-1918 wie auch 1939 - 1945 standen Wehrmänner derart lange
unter den Waffen, dass etwa für das Drillen des Schrittes viel Zeit
war. Naturgemäss erreichte folglich der Taktschritt in der Praxis
höchste Perfektion in jenen Jahren, was den Veteranen dieser
Aktivdienste auch lebhaft in Erinnerung blieb.
Unser Bild zeigt
Wehrmänner des 1915 formierten Solothurner Füsilier-Bataillons 90 bei
einer Defilierübung, den Blick nach rechts zurn (nicht sichtbaren)
Kommandanten, der den Vorbeimarsch abnimmt, gewandt. Über die
Ordonnanzhosen tragen sie hohe Wadenbinden, die während des Krieges auf
Grund von Erfahrung der kriegführenden Armeen auch in der Schweiz
eingeführt wurden. Die Männer sind mit der so genannten Gebirgsbluse
bekleidet, die als Arbeits- und Wärmejacke getragen wurde und die man
aus kurz geschnittenen blauen Kaputmänteln der Ordonnanz 1898
herstellte. Diese Art Bluse war noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg in
unserer Armee zu sehen. Die Munition zu ihren Langgewehren 96/11 tragen
die Wehrmänner in Munitionstaschen der Ordonnanz 1898 am Ceinturon,
weiche von ledernen Gabeltragriemen 98 hosenträgerartig auf ihrer Höhe
gehalten werden. Die Garnitur des Tschakos der Ordonnanz 1898 lässt
über die Bataillonsnummer 90 zwei gekreuzte Langgewehre und die
Solothurner Kantonskokarde erkennen, Der Pompön (seine Farbe
bezeichnete die Kompanie) krönt den Helm.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan, Basel
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