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Infanterist der Stadt St. Gallen 1792 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:55 Uhr |
Mit
der Kriegserklärung von Frankreich an Preussen und Österreich sah man
die Grenze bei Basel ernsthaft gefährdet. Die Eidgenossenschaft
genehmigte deshalb zum Grenzschutz Ende Mai 1792 ein Aufgebot von 1300
Mann für Basel. Es trafen Zuzüger aus allen Ständen der Schweiz ein,
die in Basel und den umliegenden Dörfern Quartier bezogen. Auch zwei
Kontingente aus St. Gallen waren an den Rhein geeilt, wobei hier
zwischen Fürstabt St. Gallen und der "Stadt und Republik St, Gallen-
unterschieden werden muss. Das städtische Aufgebot St.Gallens zählte 25
Mann.
Unsere Darstellung zeigt einen "Gemeinen des Fussvolks"
der Stadt St. Gallen, der gerade dabei ist, eine Steinschlossmuskete
kantonaler Ordonnanz zu laden. Sein Kontingent bereitet sich auf den
Abmarsch nach Basel vor, im Hintergrund ist das alte städtische
Zeughaus St. Gallens am Bohl zu sehen. Am Dreispitz trägt er einen
Federstrauss, der oben rot und unten weiss ist. Der Strauss ist mit der
weiss-schwarz-roten Kokarde und einer goldmetallenen Ganse an der
Kopfbedeckung befestigt. Details des dunkelblauen Frackes lassen die
Zuteilung erkennen.
Dieser Mann trägt goldfarbene Knöpfe, was
ihn als Angehörigen der ersten Auszugsfahne (vergleichbar mit einem
Bataillon) ausweist. Bei der zweiten Fahne wurden silberfarbene Knöpfe
getragen. Es gab damals in der Stadt St. Gallen die beiden Fahnen und
eine freiwillige Grenadierkompanie.
Kragen, Epauletten sowie
Aufschläge sind rot, die Passepoils (feine Vorstösse entlang gewisser
Nähte) weiss. Ebenfalls weiss ist die Weste, weiche unter dem Frack
getragen wird, und die Hose. Die schwarzen Tuchgamaschen werden
seitlich mit Knöpfen geschlossen und reichen vom Schuh bis hinauf zum
Knie. An den weissen Lederbandeliers über den Schultern hängen die
Munitionstasche, das Seitengewehr (hier aufgepflanzt) sowie der Säbel.
Roger Rebmann, Basel
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