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Soldat des römischen Heers um 370 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:54 Uhr |
Das
römische Kaiserreich ging im 4. Jahrhundert allmählich seinem
Niedergang entgegen. Flavius Valentinianus regierte von 364 bis 376 als
Valentinian 1. und war wohl der letzte grosse römische Kriegerkaiser.
Unter seiner Herrschaft wurden auf dem Gebiet der heutigen Schweiz die
letzten kraftvollen Bemühungen unternommen, die Rheinlinie zu
befestigen. Eine lange Kette von Wachttürmen sowie einigen Festungen
und Brückenköpfen jenseits des Rheines sollten vorn damaligen Rätien
bis zur Nordsee ein Bollwerk gegen die germanischen Stämme bilden. Die
Truppen, denen der Grenzschutz anvertraut war, kamen vielfach schon
lange nicht mehr aus Rom. Es waren germanische Soldaten in römischen
Diensten, welche die Grenzlande gegen ihre Stammesbrüder verteidigten.
Die Dienstzeit eines Soldaten betrug 20 Jahre.
Der abgebildete
Soldat unterscheidet sich wesentlich vom Bild des römischen Legionärs
der vorangegangenen Jahrhunderte. Er steht gerade mit Schild und Speer
im Kampf gegen Alamanni. Die schwere Kampfausrüstung besteht aus dem
Helm und einem Kettenhemd, genannt Lorica hamata. Darunter trägt er
einen hellen Rock aus Leinen mit roten Zierornamenten, Der breite
Soldatengurt war ein Statussymbol, an ihm hängt das lange Schwert,
genannt Spatha.
Zu jener Zeit hatten die Truppen Roms
Kleidungsstücke der "Barbaren" übernommen, so etwa Hosen. Die
Hosenbeine stecken in hohen Wickelgamaschen, an den Füssen trägt der
Soldat lederne Schnürsandalen. Dieses Schuhwerk war halbwegs
geschlossen und zeigte mehr keltischen und germanischen Einfluss als
die klassischen römischen Caligae.
Roger Rebmann, Basel
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