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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:53 Uhr |
Gemäss
der Armee-Einteilung um 1856 war die Aargauer
24-Pfünder-Haubitz-Batterie 3 in der Artilleriereserve der Brigade 2
eingeteilt. Der immer wieder in Militärbelangen fortschrittliche Kanton
verfügte schon seit 1827 über Haubitzen dieses schweren Kalibers.
Auf
unserer Illustration hat sich ein Aargauer Kanonier auf seinem
Tornister niedergelassen, um ein Stück Brot zu verzehren. Dieses wird
er mit einem Schluck Wasser (?) aus seinem nicht ordonnanzgemässen
Zinnbecher begiessen.
Seine Kopfbedeckung ist der Tschako der
Ordonnanz 1852 mit Artilleriegarnitur. In der Waffenfarbe Rot krönt ein
Pompon mit gleichfarbiger Flamme die Kopfbedeckung. Auf der
neusilbernen Blechganse prangt bei der Artillerie exklusiv anstelle
eines schlichten Knopfes eine platzende Granate. Darunter sind die
gekreuzten Kanonenrohre zu sehen, weiche noch bis zur Ordonnanz 1898
die Tschakos dieser Waffe zierten.
Der Artilleriefrack der
Ordonnanz 1852 wies zwei Frackschwänze auf (hier nicht sichbar), welche
deutlich kürzer waren als jene der Infanteriefräcke. Dies daher, weil
Artilleristen, beritten oder auf dem Munitions-Caisson sitzend, keine
Frackzipfel brauchten, die sich einmal unter der Gesässbacke und einmal
frei flatternd bemerkbar machten. Der zweireihige dunkelblaue Frack hat
einen roten Kragen und gleichfarbige Vorstösse, Die roten
Artillerieepauletten waren inwendig mit einer Metallzange versehen und
boten dem kaum bewaffneten Kanonier einen gewissen Schulterschutz gegen
Säbelhiebe von Kavalleristen. Am linken Arm zeigt die Armbinde mit
Schweizerkreuz, dass der Wehrmann für die Eidgenossenschaft Dienst tut.
Das
weisse Gurtzeug lässt die dekorative Messingschnalle erkennen.
Teilweise sichtbar ist hier das Faschinenmesser Modell 1852, welches
bis ins 20. Jahrhundert dem Kanonier als Seitengewehr diente. Die
blauen Tuchhosen haben einen roten Vorstoss enlang den Hosennähten.
Hier werden die weissen Leinengamaschen unter den Hosenbeinen getragen.
Auf dem Artillerietornister, der hier als Sitzgelegenheit dient, kann
man den gerollten Kaput erkennen. Das Rollen der weissen Lederriemen zu
"Schnecken" war das Vorgängerritual des späteren Verschlaufens aller
irgendwie vorstehender Lederstreifen. Schon damals achteten die
Feldweibel mit Argusaugen auf solche Details.
Roger Rebmann - Rost und Grünspan
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