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Solothurner Dragonerkorporal 1906 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:51 Uhr |
Zu
Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte die Uniform der Kavallerie zum
Prachtvollsten, was die Armee einem Wehrmann bieten konnte. Mitten in
der momentanen Debatte zur drastischen Reduktion der Gesamtstärke der
Streitkräfte mutet es sonderbar an, dass es in unserer Armee einst eine
Waffengattung gab, die einen Helm nach populärem ausländischen Vorbild
einführte, in der Hoffnung, mehr Rekruten anzulocken.
Der neue
Tschako der Kavallerie wurde 1883 rechtzeitig zur Landesausstellung in
Zürich an Rekruten ausgegeben. Visuell war diese neue Kopfbedeckung den
damaligen preussischen Gardejäger-Tschakos bemerkenswert ähnlich, die
Garnitur konnte ihre Paten nicht verleugnen. Mit dem Nachahmen
populärer Vorbilder erhoffte man sich etwas mehr Zulauf für diese stets
an Mannschaftsmangel leidende Waffengattung. Unser Dragonerkorporal der
Solothurner Auszugs-Schwadron 14 um 1906 trägt diesen Tschako der
Ordonnanz 1883/84, welcher bis in die 20er-Jahre in der Armee
anzutreffen war. Der Pinsel obenauf ist schwarz, im Gegensatz zum
Pinsel der Guiden, welcher weiss war. Das eidgenössische Kreuz im Stern
zeigt die Schwadronnummer, während die Kantonskokarde auf der linken
Seite, hier nicht zu sehen, unter der seitlichen Metallspange fixiert
ist. Der Tschako besitzt zwar einen ledernen Kinnriemen, dennoch sieht
man hier als Teil der Garnitur eine Ringkette, welche ebenfalls diese
Funktion ausüben kann, jedoch überwiegend dekorativen Charakter hat.
Der
Waffenrock in Dragonergrün hat einen karmesinroten Kragen und Vorstösse
in derselben Farbe. Auf den Schultern sind silberfarbene
Metallepauletten befestigt, am Vorderarm ist hier der weisse
Doppelbalken als Gradabzeichen eines Korporals zu sehen. Die blaugrauen
Reithosen weisen einen roten Vorstoss entlang der Seitennaht auf und
sind an der Innenseite der Schenkel verstärkt. Die hohen Reitstiefel
ergänzen die Uniform.
Der Lederbandulier, welcher mit dem
Ceinturon verbunden ist, nimmt in zwei mal drei Taschen die Munition
für den Kavalleriekarabiner der Ordonnanz 1905 auf. Wir sehen diese
Waffe hier im seitlichen Sattelholster untergebracht. Dieser Karabiner
mit Geradezugverschluss löste den Mannlicher-Kavalleriekarabiner der
Ordonnanz 1893 ab. Hinten am Sattel ist der gerollte Kaput befestigt,
während der Rest der Packung in den beiden Ledersacochen vor dem Reiter
untergebracht ist.
Die geschulterte Blankwaffe unseres wackeren
Solothurner Dragonerkorporals ist der Säbel der berittenen Mannschaft
Ordonnanz 1896. Den Säbel führte die Kavallerie bis in die Jahre des
Aktivdienstes, Ab 1943 mussten die stolzen Reiter ihn jedoch abgeben,
von da an führten sie nur noch das vergleichsweise kümmerliche, aber
zeitgemässere Bajonett für ihren Karabiner am Ceinturon.
Roger Rebmann - Rost und Grünspan
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