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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:51 Uhr |
Bereits
im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde deutlich, dass die alte
bunte Uniform immer weniger den Anforderungen der modernen
Kriegsführung gerecht wurde. Nach zahlreichen Versuchen beschleunigte
der Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Entscheidungsprozess. Gemäss
Bundesratsbeschluss vom 28, Oktober 1914 sollte nun jegliche
Männerbekleidung aus feldgrauem Stoff gefertigt werden. Die neue
Uniform wies zunächst noch an den Vorstössen sowie an den Kragen- und
Ärmelpatten die jeweilige Waffenfarbe auf. Allerdings stellte man rasch
fest, wie aufwändig es war, Uniformen für alle Waffengattungen mit
jeweils verschiedenfarbigen Vorstössen an den Nähten herzustellen. Ab
Sommer 1917 sollten die Vorstösse überall nur noch schwarz sein,
lediglich die Patten bleiben bunt. Der Schnitt der neuen Uniform war
stark von österreichischen Vorbildern geprägt.
Unser Füsilier
des Zürcher Bataillons 66 trägt noch den Tschako der Ordonnanz 1898.
Sein Gewehr Modell 1889 hinkt ebenfalls etwas hinter der Zeit her, die
Armee wird es demnächst gegen ein Gewehr Modell 1911 austauschen.
Anders jedoch seine feldgraue Uniform der Ordonnanz 1914/15. Sie sollte
das Bild des Schweizer Soldaten für die nächsten drei Jahrzehnte
prägen, Am Kragen und am Vorderarm sieht man die aufgenähten Patten in
Grün, der Waffenfarbe der Infanterie. Charakteristisch für die neue
Uniform sind die Brust- und die Schosstaschen des Waffenrockes der
Ordonnanz 1915, dessen besondere Eigenheit die Stoffpatte war, welche
die sechs Metallknöpfe verdeckte. Dies diente dazu, den verräterischen
Metallglanz der Knöpfe zu verbergen.
Die alten bunten Uniformen
der Ordonnanz 1898 verschwanden mit der neuen Ordonnanz nicht einfach
von der Bildfläche. Noch Jahrzehnte lang konnte man die ausgedienten
blauen Tenüs, ob prachtvolle Waffenröcke oder Feldblusen als
Exerzieruniformen allenthalben in den Rekrutenschulen sehen. Die
Schweizer Armee trennte sich nur ungern von Textilien, die sich noch
irgendwie verwenden liessen.
Roger Rebmann, Basel
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