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Appenzeller Füsiliere 1833 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:50 Uhr |
Unruhen
in den äusseren Bezirken des Kantons Schwyz führten 1832/33 beinahe zur
Kantonstrennung. Die Besetzung des aufständischen Bezirks Küsnacht
durch Schwyzer Truppen am 31. Juli 1833 bewog die eidgenössische
Tagsatzung dazu, Militär in den Kanton zu entsenden. Auch
Appenzell-Ausserrhoden stellte ein Teil dieses Kontingents. Mit dem
Grenzübergang an der Linthbrücke bei Schloss Grynau wurde den
Appenzellern ein geschichtsträchtiger Ort zur Bewachung anvertraut.
Dort traf 1799 General Massena auf die Österreicher. Die Brücke wurde
damals wiederholt zerstört, und an der Linthlinie standen sich die
Truppen Frankreichs und Österreichs gegenüber. Nun wachten die
Appenzeller als "Friedenstruppe" über die Brücke an der überschwemmten
Linthwiese.
Unser Bild zeigt Appenzeller Füsiliere beim Üben des
Salvenschiessens. Dabei feuerte das zweite Glied seine Salve durch die
schmalen Zwischenräume des ersten Gliedes hindurch ab, wenn dieses
seinerseits seine Salve abgeschossen hatte. Die Männer des ersten
Gliedes kamen den Laufmündungen der Schützen hinter ihnen gefährlich
nahe, weshalb dieses Manöver besonders gut geübt sein wollte.
Die
Uniform der Wehrmänner von Appenzell-Ausserrhoden entsprach 1833 noch
jener der napoleonischen Epoche, sie ging weitgehend auf die
appenzellische Militärorganisation von 1808 zurück. Daher ähnelt der
getragene hellgraue Kaput seinem französischen Paten. Eine Appenzeller
Eigenheit sind der Kragen und die Ärmelaufschläge in Dunkelblau. Hier
nicht sichtbar die eidgenössische Armbinde am linken Oberarm, denn die
Appenzeller kamen im Auftrag der Tagsatzung nach Schwyz. Die
dunkelblauen Hosen haben an der Aussennaht einen roten Vorstoss. Ober
den Schuhen werden dunkle Tuchgamaschen getragen. Als Kopfbedeckung
dient ein Tschako, den man wegen seines grossen Deckels auch
"Tanzbödeler" nannte. Die Garnitur zeigt unter der Kantonskokarde einen
rautenförmigen Schild aus Messing mit den Buchstaben A U.R. (Appenzell
Usser Rhoden). Auf den Tornister ist die gerollte Wolldecke
aufgeschnallt. Beim Gewehr handelt es sich um eine Steinschlossmuskete
kantonaler Ordonnanz. An weissen Lederbandoliers hängen einerseits die
Munitionstasche mit Bajonett, andererseits der Säbel. Bei den
Appenzellern trugen selbst gemeine Füsiliere den Säbel, der in anderen
Kantonen Elitekompanien und Unteroffizieren vorbehalten war. Der Kanton
begründete dies 1824 damit, dass das Tragen des Säbels in engem
Zusammenhang mit altem Brauchtum und dem traditionellen Ehrgefühl stehe.
Roger Rebmann, Basel
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