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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:47 Uhr |
Die
Eptinger waren einst im Gebiet des heutigen Kantons Basel-Landschaft
eines der einflussreichsten Adelsgeschlechter. Einer ihrer Stämme hatte
seinen Sitz zu Pratteln, wovon heute noch das Schloss als Wahrzeichen
des Dorfes kündet. Nebst dern Schloss im Dorf gab es bis zum Erdbeben
von 1356 auf dem nahen Adlerberg auch die Burg Madlen, welche ebenfalls
ein Sitz des Rittergeschlechts war, Die Burg wird erstmals 1288
erwähnt, als ein Gottfridus de Eptingen dictus de Madlen senjor in
einer Urkunde als Zeuge auftritt. In den Ruinen dieser Burg wurden bei
Ausgrabungen durch die Armee 1939/40 zwei der in der Schweiz sehr
seltenen Topfhelme gefunden.
Unser Ritter trägt auf dem Arm
einen der Topfhelme, versehen mit Helmaufsatz (Zimier), welcher das
Horn der Eptinger von Madlen zeigt, Auf dem Kopf trägt er eine
Beckenhaube versehen mit einer Kettenhaube sowie einem
herunterklappbaren Nasenschutz. Darauf konnte zusätzlich der Topfhelm
aufgesetzt werden. Über seinem Kettenhemd trägt er den Waffenrock,
welcher vorne auf dem Schoss den Adler der Eptinger zeigt. Der darüber
getragene Brustpanzer bietet zusätzlichen Schutz. Die Rüstung des
Ritters wird ergänzt durch Ellbogenpanzer, Panzerhandschuhe und
Seinschienen mit Schnabelschuhen.
Dass die Topfhelme der Ritter
von Madlen auch im Kampf getragen wurden, lässt sich daraus folgern,
dass der ältere der beiden Helme eine Beschädigung von einer
Turnierlanze aufweist und der jüngere auf der linken Wangenseite
provisorisch repariert wurde. Diese Art Helm verschwand im 14.
Jahrhundert allmählich zugunsten von Modellen, die mehr Sichtfeld boten.
Roger Rebmann, Basel
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