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Emil Freys Kompanie, Juni 1863 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:46 Uhr |
Während
seiner Zeit in den USA trat der spätere Bundesrat Emil Frey aus
Arlesheim/BL in die Unionsarmee ein, als der Bürgerkrieg ausbrach. Er
liess sich im Juni 1861 für das 24. Illinois-Regiment des einstigen
deutschen Revolutionärs Friedrich Hecker anwerben, aus dem er genau ein
Jahr später in Tennessee, wohl von der Malaria befallen, seinen
Abschied nahm. Wenig später stellte Friedrich Hecker in Camp Butter in
Springfield/Illinois ein neues Regiment auf, das 82nd Illinois
Volunteer Infantry Regiment. Kurzentschlossen trat Frey ein und führte
als Offizier die H-Kompanie, welche überwiegend aus Schweizer
Auswanderern bestand, bis zu seiner Gefangennahme in der Schlacht von
Gettysburg am 1. Juli 1863. Unser Korporal der H-Company des 82nd
Illinois trägt die dunkelblaue Feldjacke, genannt Sack-Coat, die von
schlichtem Schnitt war und nur vier Knöpfe hatte. Die meisten Soldaten
des Regiments trugen State-Jackets - kurze Uniformjacken des
Staatsarsenals - aber auch der Sack-Coat ist belegt. Das Käppi mit dem
Kompaniebuchstaben in Messing auf dem Deckel ist dunkelblau und wurde
in dieser Version "Bummer Cap" genannt. Die hellblaue Mannschaftshose
entspricht dern Einheitsmodell der US-Bundesarmee und war auch ein
beliebtes
Beuteobjekt beim Gegner. Die M-1855-Munitionstasche aus schwarzem Leder
wird über die linke Schulter getragen. Auf ihrem Deckel ist ein ovales
Messingschild befestigt, welches die Buchstaben "US" trägt und das mit
seinem Gewicht den Taschendeckel geschlossen hält. Zur Munitionstasche
trägt der Mann, hier nicht sichtbar, eine Zündhütchentasche am Gurt.
Der Gurt selber besteht aus schwarzem Leder, seine ovale
Messingschliesse zeigt ebenfalls die Buchstaben "US". Dem Regiment
kamen in der verlorenen Schlacht von Chancellorsville im Mai 1863
zahlreiche Tornister abhanden. Dieser Korporal hat den verlorenen
Tornister nach "Rebellenart" durch eine gerollte Wolldecke ersetzt, die
im Inneren alle Habseligkeiten aufnimmt. Über die rechte Schulter trägt
er den Brotsack aus geteertem Segeltuch und die Feldflasche, Die Waffe
ist die P-1853 Enfield 3-Band-Muskete - ein damals beliebter englischer
Exportartikel.
Vom 14. Dezember 2002 bis zum 19. Januar 2003
kann man im Museum im Bürgerhaus in Pratteln/BL übrigens eine
Ausstellung sehen, welche sich mit den Auswanderern aus der
Nordwestschweiz in der Unionsarmee 1861 bis 1865 befasst.
Roger Rebmann, Basel
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