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Luzerner Infanteriehauptmann im Felde 1866 |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:45 Uhr |
Noch
in den 1850er-Jahren bot der Schweizer Offizier einen prachtvollen
Anblick, angetan mit einem Frack, den metallbestickte Epauletten und
ein Halskragen aus Messing ergänzten. Kragen wie Taille waren so knapp
bemessen, dass ein Offizier sich kaum ein Gramm zusätzliche Korpulenz
erlauben konnte, ohne dass Nachbesserungen beim Schneider von Nöten
wurden.
Mit der Einführung Ordonnanzuniform 1861 konnten auch
die Offiziere den alten engen Frack ablegen und sich fortan in eitlen
grosszügig geschnittenen zweireihigen Waffenrock kleiden. Der Abschied
vom Frack hatte im Parlament zu einer veritablen Redeschlacht geführt,
so sehr hatte man sich an den Anblick des ebenso dekorativen wie
absurden Uniformstückes gewöhnt. Ebenfalls weit geschnitten waren die
Hosen, ganz dem französischen Vorbild folgend.
Der neue Tschako
ist hier wesentlich niedriger als das alte Modell (weiches auch als
"Angströhre" oder "Zigerstock" bekannt war) und weist die Garnitur der
Infanterie auf, Der Pompon, oben weiss und unten rot, deutet auf die
erste Zentrums-Kompanie hin.
Unter der etwas feiner
ausgearbeiteten Blechganse für Offiziere ist die Kantonskokarde in Blau
und Weiss zu sehen. Das Bataillon, dessen Nummer über dem Lederschirm
prangt, gehörte dem Luzerner Auszug an und war Teil der
Infariteriebrigade 27.
Als Rangesinsignien trägt unser Hauptmann
eine silberfarbene Epaulette und eine Contre-Epaulette ohne Fransen.
Seinen Offizierssäbel hat er am Ceinturon ziemlich weit im Rücken
aufgehängt, weil ihn die Blankwaffe vorne beim Gehen im Feld behindern
würde, über der Schulter hängt der gerollte Kaput, der, wie die meisten
Kleidungsstücke des Offiziers, in gehobener Qualität bei einem
Schneider privat angefertigt wurde.
Eine Besonderheit ist hier
der amerikanische Remington-Revolver Modell 1860, der sich schon auf
den Schlachtfeldern des Sezessionskrieges bewahrt hat. Diese Waffe war
nie offiziell Schweizer Ordonnanz, doch unser Hauptmann hat sie sich,
wie es viele Offiziere mit Faustfeuerwaffen taten, auf eigene Kosten
angeschafft. Er prüft gerade den Sitz der Zündhütchen auf der
sechsschüssigen Revolvertrommel. Das Holster trägt er nach Art der
amerikanischen Kavalleristen auf der gegenüberliegenden Seite des
Säbels.
Roger Rebmann - Rost und Grünspan.
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