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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:44 Uhr |
In
unserer Januarausgabe 2000 haben wir den Dragoner nach der
eidgenössischen Ordonnanz 1852 vorgestellt. Nun ist die Reihe an einem
Vorgänger.
Bern gehörte als grosser Kanton zu einem der Vorreiter,
wenn es um militärische Neuerungen ging. Aber zu Beginn der
1830er-Jahre war es nicht allzu gut um das Militärwesen Berns bestellt.
Nach der liberalen Wandlung des Kantons weigerten sich 135 höhere
Offiziere, überwiegend Patrizier, den Fahneneid auf die neue Verfassung
zu leisten, womit fortan Kadermangel herrschte. Die neue Regierung
selber stufte das Militär auf der Prioritätenliste zurück, mit dem
Resultat, dass Übungslager, Wiederholungskurse und Musterungen der
Sparsamkeit zum Opfer fielen. In Sachen Uniformierung hatte der
Kriegsrat von Bern 1829 ein fortschrittliches „Reglement für die
Bekleidung der Bernischen Miliz“ erlassen. Diesen Vorschriften
entspricht auch die Uniform unseres Dragoners.
Auf dem Tschako trägt
er den rot-weissen Pompon der ersten Kompanie (Der Kanton unterhielt
damals zwei Dragonerkompanien), darunter eine Weissblechganse und die
bernische Kokarde in Schwarz und Rot. Der Kinnriemen mit den
Schuppenbändern, welche im Kampf den Kopf gegen Säbelhiebe von der
Seite schützten, wird nur beim Dienst zu Pferde unter dem Kinn
zusammengebunden. Ansonsten bindet man den zweiteiligen Riemen ¨über
dem Pompon zusammen. Der Frack mit karmeisinrotem Kragen und Vorstössen
ist aus dunkelgrünem (vert dragon) Tuch gefertigt und besitzt einen
dekorativen Brustlatz, der mit den zwei Knopfreihen befestigt wird.
Eine Tragschlaufe auf der linken Frackseite, wo der Säbel hängt,
fixiert den Gurt auf korrekter Höhe, sodass er unter der Last nicht
über die Hüfte herunterrutscht.
Das Lederzeug ist weiss; und über
der Schulter erkennt man den Tragriemen für die Giberne
(Munitionstasche zur Pistole). Auf der Gurtschliesse und dem Mantelsack
hinter dem Sattel sieht man eine Granate. Dieses Abzeichen war einst
den Grenadieren der Infanterie vorbehalten, wurde aber später auch von
anderen Eliteeinheiten verwendet.
Die Hosen weisen Besatzpartien
von schwarzem Leder an den Innenseiten der Beine auf, wie es bei
Reitern üblich ist. Die Handschuhe sind ebenfalls aus schwarzem Leder.
Man beachte das weisse Schlagband, welches den Griff des Dragonersäbels
kantonaler Ordonnanz mit dem Handgelenk des Reiters verbindet. So soll
verhindert werden, dass der Mann die Waffe im Ritt verliert.
Das
Pferd ist mit dem damals neuen ungarischen Sattel versehen. Dieser
Satteltyp löste den alten gepolsterten Schnabelsattel ab, musste jedoch
etwas an hiesige Verhältnisse angepasst werden, denn die Berner
Landpferde hatten breitere Rücken als die schneidigen Kavalleriepferde
des Auslands. Dafür hätte sich ein französischer Kavalleriehengst
vermutlich auch wenig für den zivilen Dienst in der Landwirtschaft
geeignet.
Roger Rebmann, Basel
Schweizer Soldat, 6/2001
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