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Keltischer Krieger vom Neuenburger See (ca. 420 v. Chr.) |
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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:41 Uhr |
Nahe
eines Dorfes am Neuenburger See fand man im 19. Jahrhundert viele
Objekte, welche von einst dort ansässigen Kelten zeugten. Der Fundort
wurde durch immer neue Entdeckungen so bedeutsam, dass er einer ganzen
Epoche der keltischen Geschichte vom 5. bis zum 1. Jahrhundert vor
Christus einen Namen gab: „La Tène“. Die Kelten um 500 v. Chr. standen
am Anfang einer Expansion, welche fast die ganze antike Welt berührte.
Diese Ausbreitung war die Folge ihres kriegerischen und neugierigen
Charakters, der sie dazu trieb, immer neue Grenzen zu überschreiten.
In
den kommenden Jahrhunderten fielen sie in Griechenland ein, plünderten
Rom und stiessen bis an die Grenzen Asiens vor. Im Prinzip waren die
Kelten militärisch locker organisiert und zogen als wilder Haufen wider
ihre Gegner.
Das Bild der wilden Gallier, die aus ihrem Dorf
heraus als stürmische Horde über die Römer herfallen, ist uns aus den
Asterix-Geschichten bekannt. Der Schwung eines keltischen Angriffs war
geradezu unwiderstehlich. Der Kopf galt als Sitz des Geistes und war
für den Kelten eine begehrte Kriegstrophäe. Auch eigene gefallene
Anführer wurden gelegentlich enthauptet, um deren Kopf vor der
Eroberung zu retten.
Der Kelte kämpfte im Getümmel für sich und
hieb alles nieder, was sich ihm entgegenstellte. Irische Chroniken
berichten von heftigen Wutanfällen keltischer Krieger in der Schlacht:
„Ein Schauer durchzog ihn, entstellte ihn, machte ihn zu einem
monströsen Ding. Seine Knochen und Organe schüttelten sich gleich
Bäumen im Sturm und seine Innerein drängten nach Aussen. Adern
schwollen und die Haut zerriss beinahe unter seinen sich wölbenden
Muskeln.“
Unsere Neuenburger Keltenkrieger tragen lange eiserne
Hauschwerter. Der Spee des einen hat eine breite Klinge, wie man sie im
Neuenburger See fand. Eine ebenso gefürchtete Waffe war die Kampfaxt in
der Hand des Schildträgers. Der Schild selber bestand aus Eichenbohlen,
die mit Eisenbeschlägen verstärkt wurden. Helme sowie der Brustpanzer
des Speerträgers waren aus Bronze. Ein gutes keltisches Schwert wurde
aus einem elastischen Mittelteil geschmiedet, welches man dann mit
Schneiden und einer Spitze aus einem besonders gehärteten Eisen versah.
Es waren furchtbare Hiebwaffen, deren Klingen sich zwar biegen
mochten, aber kaum brachen. Die gute Ausrüstung der Keltenkrieger
nützte jedoch nichts gegen die römischen Legionen eines Julius Cäsar,
der zur Nemesis der Kelten Europas werden sollte. Ihre wilde
Kampfeslust unterlag den kühlen Strategien der organisierten
Massenheere. Da hätte auch der Zaubertrank eines Miraculix wenig
geholfen.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 11/2000
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