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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:40 Uhr |
Mit
der Einführung der Ordonnanz 1861 entstand ein Typus des Tschakos. Der
alte hohe „Zigerstock“ oder „Angströhre“ genannte Helm wurde
gedungener. Er sah seinem Bruder der kaiserlich-französischen Armee von
der Form her sehr ähnlich. Nur die Garnitur blieb identisch mit jener
des Vorgängers von 1852, lediglich etwas kürzer fiel sie aus. Der
Tschako war mehr als nur eine prächtige militärische Kopfbedeckung,
auch wenn seit den 1840er-Jahren die Schuppenketten zum Schutze der
Ohren gegen Säbelhiebe verschwanden, so erhielt sich im massiven
Lederdeckel nach wie vor eine gewisse Schutzfunktion gegen Hiebe von
oben auf den Schädel. Dabei spielen auch die auf unserer Darstellung
sichtbaren Epauletten eine wichtige Rolle. Sie waren oft mit
Metalleinlagen in der Zunge versehen, wodurch sie sich quasi als
„Schutzblech“ über die Schultern des Wehrmannes legten.
So war es
für den Reiter schwer, von seinem Ross herab mit dem Säbel vitale
Körperbereiche des Jägers zu treffen, umso mehr, da eine
Infanteriemuskete mit aufgepflanztem Bajonett beinahe zwei Meter mass
und so eine grosse Gefahr für den Berittenen selber darstellte, wenn
sich der Angegriffene entschlossen zur Wehr setzte.
Unser Jäger vom
Berner Infanteriebataillon 36 trägt den Uniformrock der Ordonnanz 1861,
welcher den beengenden und ungeliebten Frack von 1852 abgelöst hatte.
Die Epauletten waren den Jägern vorbehalten und zeigten die Farben Grün
und Rot. Die Füsiliere mussten sich mit simplen Schulterklappen, wie
man sie noch heute am Ausgangswaffenrock findet, begnügen. Als Zeichen
ihres besonderen Standes trugen die Jäger nicht bloss ein Bajonett,
sondern auch den Säbel der Ordonnanz 1842/52. Der Tschako ist von einem
gelbgrünen Pompon gekrönt, welcher den Träger als Angehörigen der 2.
Jägerkompanie identifiziert. Unter der Metallganse ist die schwarzrote
Kantonskokarde Berns angebracht.
Unter dem Kragen des Waffenrocks
trägt unser Jäger eine schwarze Halsbinde, denn es galt damals als
nicht statthaft, dass man den Hals eines Mannes sähe. Bemerkenswert ist
der neue Ceinturon. Zuvor wurde die Munitionstasche und die
Seitenwaffen an zwei Bandelieren über der Schulter getragen. Nun hing
alles nach österreichischem Vorbild am Ceinturon um die Hüfte.
Seit
einigen Jahren stellt übrigens die historische Gruppe „Zürcher
Miliz-Compagnie 1861“ mit viel Aufwand die 2. Jägerkompanie des
Landwehrbataillons 6 in dieser Ordonnanz dar. Dank ihnen ist diese
Uniform etwa am 1.-August-Umzug in Zürich wieder öfters zu bewundern.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 2/2001
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