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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:39 Uhr |
Die
Ordonnanz 1852 hielt fest, dass die Truppen aller eidgenössischen
Kantone einheitlich uniformiert und bewaffnet sein sollten. Ein Ziel,
das schon zehn Jahre zuvor vergeblich angestrebt wurde. Zur Zeit des
Sonderbundkrieges 1847 waren die Soldaten noch, je nach Kanton,
unterschiedlich gekleidet. Nun sollte im jungen Bundesstaat das Militär
nicht wie ein bunter Fasnachtszug daherkommen. Künftig musste man alle
Schweizer Soldaten schon aus der Ferne als solche erkennen können.
Man
ahmte bei der neuen Uniform die französische Armee nach, die damals
weitherum Vorbild war. Den Kantonen war es gestattet, ihre Wehrmänner
mit alten Uniformteilen einzukleiden, sofern diese nicht zu sehr von
der neuen Ordonnanz abwichen, oder entsprechend abgeändert wurden.
Altes mischte sich mit Neuem. Von echter Einheitlichkeit in der Armee
ab 1852 kann folglich keine Rede sein.
Wir sehen Luzerner
Scharfschützen um 1854. Traditionell war Dunkelgrün die Uniformfarbe
dieser Waffe. Das Lederzeug war schwarz und nicht wie bei der
Infanterie weiss. Tornister wurden mit schwarzen Riemen und schwarzem
Fell gefertigt. Dies diente alles der Tarnung, denn Scharfschützen
hatten die Aufgabe, nahe den feindlichen Linien, verteilt, in kleinen
Gruppen, mit ihrem präzisen Feuer die Reihen der Offiziere oder anderer
wichtiger Funktionsträger beim Gegner zu lichten. Daher bewegten sich
die Scharfschützen auch oft durchs Unterholz. Nebst dem Federbajonett
zum Stutzer führten sie eine Weidmesser, mit dem sie sich einen Weg
durchs Gestrüpp bahnten. Wir sehen bei unseren Luzernern, dass sie noch
den alten Frack kantonaler Ordonnanz trugen.
Er hatte nur eine
Knopfreihe, Achselschlaufen anstatt Epauletten und schwarze
Ärmelaufschläge anstelle von Passepoils. Auf dem Tschako, unter dem
dunkelgrünen Pompon mit Flamme und der Kantonskokarde mit Ganse,
glänzten golden die gekreuzten Stutzer. Darunter war die Kompanienummer
angebracht.
Über der Schulter trug man das Bandelier fürs
Weidmesser, die Weidtasche mit allen Schiessutensilien und der Munition
hing jeweils auf der Gegenseite. Die Waffe war der Feldstutzer 1851,
die erste vollständig in Schweizer Werkstätten gefertigte Langwaffe für
eidgenössische Truppen. Der Stutzer mit Stecherabzug traf dank des
gezogenen Laufes sein Ziel auf wesentlich grössere Distanz als die
damals glattläufige Infanteriemuskete.
Von den einst stolzen
Scharfschützenkompanien sind in der Schweizer Armee unserer Tage gerade
noch die Schützenkragenspiegel bei der Infanterie übrig geblieben.
Schweizer Soldat, 1/1999
Roger Rebmann, Rost und Grünspan, Basel
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