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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:39 Uhr |
Die
Pontoniere können sich eines uralten Handwerks rühmen. Schon
Perserkönig Dareios I. liess im Skythenfeldzug 513 vor Christus von
seinem Architekten Mandrokles eine mächtige Schiffsbrücke mit mehreren
hundert Galeeren über den Bosporus errichten. Sein Sohn Xerxes bezwang
den Hellespont 480 vor Christus im Feldzug gegen Athen mit zwei
Schiffsbrücken, eine aus 314 und eine aus 360 Schiffen. Auf ihnen
wurden richtige Heeresstrassen mit gestampften Lehmböden errichtet. Als
ein Sturm die Brücken schwer beschädigte, liess der zornige Perserkönig
das widerborstige Gewässer mit 300 Peitschenhieben züchtigen.
Einer
der gefährlichsten Einsätze von Schweizer Pontonieren ergab sich im
Sonderbundkrieg 1847. Im Gefecht bei Lunnern am 12. November brachen
die Wehrmänner der Zürcher Pontonierkompanie Huber im gegnerischen
Infanterie- und Artilleriefeuer die eidgenössische Pontonbrücke über
die Reuss ab und verhinderten so, dass die Sonderbundstruppen von
General Salis-Soglio den Fluss überschritten.
Der dargestellte
Pontonier der Zürcher Pontonierkompanie 3 mag ein Veteran von Lunnern
sein. Seine Uniform ist eine Mischung aus der neuen Ordonnanz 1852 und
aus kantonalen Bekleidungsstücken. Der neue Tschako zeigt unter der
Kantonskokarde das Pontonierabzeichen, einen Seilkranz über einem Anker
und einem mit einem Stachel gekreuzten Ruder. Der Pontonier trägt die
Ärmelweste kantonaler Ordonnanz mit den roten Epauletten der
Genietruppen. Über der Schulter hängt an einem weissen Bandolier die
Munitionstasche, welche auf ihrem Deckel (hier nicht sichtbar) den
Anker der Pontoniere trägt.
Dieses spezielle Abzeichen ist auch auf
der Messingschliesse des weissen Ceinturons zu sehen. Am Ceinturon
hängt der Frosch für den Säbel kantonaler Ordonnanz. Als Langwaffe hält
unser Pontonier hier das Genie- und Parkartilleriegewehr Modell 1842 in
der Hand. Diese Gewehre waren kürzer als jene der Infanterie und hatten
zudem eine Garnitur aus Messing anstatt aus Eisen.
Und noch etwas
wissen wir von den wackeren Schweizer Pontonieren jener Tage: Sie haben
weder mit Peitschen noch mit Gewehrkolben auf unsere einheimischen
Gewässer eingeschlagen, wenn ihnen diese einen Strich durch die
Rechnung machten.
Roger Rebmann
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