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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:38 Uhr |
Obwohl
zur Zeit der Burgunderkriege der Langspiess im eidgenössischen Heer
immer mehr an Bedeutung gewann, blieb die traditionelle Hellebarde im
Nahkampf wichtig. Es brauchte einen geübten Mann, um diese kombinierte
Stoss- und Hauwaffe zu führen. Schon bei der Herstellung mussten die
unterschiedlichen Zwecke des Metallblattes beachtet werden. Die Klinge
war zum Hauen da, die Spitze gebrauchte man zum Stoss, und der Stachel
auf der Rückseite sollte fähig sein, Panzer und Helme zu durchdringen.
Dementsprechend musste das Metall unterschiedlich geschmiedet sein. Der
Hellebardenschaft aus speziellem Holz war üblicherweise vierkantig,
damit sich die Waffe sicherer halten liess. Es bedurfte einiger Übung,
um im dichten Schlachtgetümmel die Hellebarde einzusetzen. Man durfte
nicht einfach dreinhauen wie beim Holzhacken, denn allzu leicht hätte
man so eigene Leute verletzt. Um die Klinge mit voller Wucht gebrauchen
zu können, musste sich der Hellebardier gefährlich exponieren. Doch ein
geübter Kämpfer mit dieser Waffe war höchst gefährlich für jeden, der
ihm zu nahe kam.
Der Hellebardier im Vordergrund schützt seinen Kopf
mit einer sogenannten Schaller deutschen Vorbilds. Dieser Helm verfügt
über ein hochklappbares Visier mit Sehschlitz und bietet dem Nacken
Schutz. Er trägt einen Rock und eine Kapuze, wie sie im Winter üblich
war. Seine Seitenwaffe ist ein Schwert „zu anderthalb Hand“.
Der
Mann hinten links trägt eine simple Hirnhaube als Kopfschutz. Sein
gesteppter Waffenrock ist ein Schutzpanzer besonderer Art. Bis zu 30
Lagen übereinandergenähten Stoffes mit eingearbeiteten Lederschichten
konnten sehr wirksam vor Pfeil- und Stichwunden schützen. Er trägt
umgehängt eine Feldflasche. Seine Zweitwaffe ist ein Schweizerdolch.
Auf seinem linken Oberschenkel ist das Kreuz der thebäischen Legion auf
die Hose genäht. Es war von den Eidgenossen als gemeinsames
Erkennungszeichen gewählt worden. Der Mann rechts im Hintergrund trägt
einen langen und weiten Waffenrock, der darunter Platz für weitere
wärmende Winterbekleidung bietet. Gelegentlich wurden Waffenröcke und
Hosen in den jeweiligen Kantonsfarben getragen. Die meisten Eidgenossen
zogen allerdings in ihrer Alltagskleidung ohne spezielle Abzeichen in
den Krieg.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 5/1999
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