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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:37 Uhr |
Am
29. August 2939 fanden sich die Männer der Radfahrer-Kompanie 24 zur
Mobilmachung auf ihrem Sammelplatz „Gitterli“ in Liestal ein. Der
Grossteil der Truppe war bereits um 9 Uhr morgens beisammen und traf
dort auf den recht ungehaltenen Kommandanten, Hauptmann Debrunner. Ihm
ging die Mobilisierung seiner Kompanie zu langsam vonstatten, denn als
Teil der Grenzbrigade 4 sollte sie so rasch als möglich ihre Stellungen
zum Schutz der Nordwestgrenze beziehen. Die Radfahrer-Kompanie 24
leistete im Aktivdienst insgesamt 755 Diensttage und war überwiegend in
der Nordwestschweiz im Einsatz. Legendär war der Marsch vom 6. bis zum
8. August 1940, in dessen Rahmen die Kompanie von Bubendorf BL aus in
die Innerschweiz radelte, um den Vierwaldstättersee herum nach Luzern,
über den Brünig nach Thun, Solothurn und zurück nach Bubendorf. Dabei
wurden 480 Kilometer überwunden, wobei zum Schluss Schelten, Hohe Winde
und Passwang den Radfahrern grosse Anstrengungen abverlangten.
Bis
1936 waren die Radfahrer ein Teil der Infanterie und trugen auf ihrem
Waffenrock die grünen Chevrons. Mit dem Wechsel zu den leichten Truppen
1937 wurden diese Ärmelabzeichen gelb. Dennoch behielten viele
Radfahrer ihre grünen Chevrons, um sich als altgediente Troupiers vom
Nachwuchs“ abzuheben.
Unser Radfahrer der Rdf Kp 24 fährt hier das
Armeerad 1904 mit der typischen Rahmentasche (sie ersetzte den
Stauraum, der durch das Wegfallen des Tornisters fehlte). Wie der
Kavallerist trägt auch der Radfahrer einen Munitionsbandelier über der
Schulter. Der Karabiner 1931 wurde seit dem 1. Januar 1937 an
Radfahrerrekruten abgegeben. Getragen wird hier der Exerzierrock ohne
Waffengattungsabzeichen. Eine Spezialität der Radfahrer waren die
schwarzen Ledergamaschen mit zwei Schnallen. An der Lenkstange baumelt
der Stahlhelm, während die Packung hinter dem Sattel aufs Rat
geschnallt ist.
Ein Radfahrer der Kompanie 24 erlangte übrigens
weltweite Bekanntschaft: Gottfried „Gotti“ Dienst, Jahrgang 1919, war
Schiedsrichter im WM-Endspiel 1966 in London. In der Verlängerung liess
er ein englisches Goal gelten, welches man nördlich des Rheins bis
heute als zweifelhaft betrachtet. Leider wurde Gotti vor rund zwei
Jahren (1998) zur Grossen Armee abberufen.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 12/2000
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