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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:35 Uhr |
Die
Uniformvorschriften, die erstmals verbindlich für alle Kantone gelten
sollten, veränderten vielerorten auch das Erscheinungsbild der
Kavallerie. Wohl war der dunkelgrüne (Dragon vert) Stoff als
Uniformtuch für Berittene zuvor in der Schweiz sehr verbreitet, doch
wichen die Uniformen und auch Ausrüstungen von Kanton zu Kanton
teilweise stark voneinander ab. Kantone wie Aargau , Bern,
Basellandschaft oder Zürich hatten zwar schon Uniformen, die sich stark
an das 1843 von der eidgenössischen Tagsatzung beschlossene Reglement
hielten. Vor der Gründung des Bundesstaates 1848 fühlten sich jedoch
die meisten Städte frei in der Wahl der Wehrmannsbekleidung und
handelten dementsprechend.
Mit der Ordonnanz 1852 wurden auch bei der Reiterei Ausrüstung und Uniform detailliert festgelegt.
Der
Zürcher Dragoner auf unserem Bild trägt den Raupenhelm mit einer Raupe
aus schwarzem Bärenfell. Der schwarze Lederhelm ist mit Garnituren und
Einfassungen aus Messing versehen, auf seiner Stirnseite prangt ein
ovaler Schild mit dem eidgenössischen Kreuz. Beidseitig verstärkten
Spangen den Helm, wobei unter der linken Spange die Kantonskokarde
angebracht ist. Die Garnituren wie auch das mit Messingschuppen
besetzte Sturmband bieten dem Kopf des Reiters Schutz vor gegnerischen
Säbelhieben. Eine ähnliche Funktion erfüllen die Epauletten aus Metall.
Der dunkelgrüne Frack ist mit karmesinroten Vorstössen und
Umschlägen versehen. Die Frackschösse weisen neben den aufgenähten
falschen Taschen rote Umschläge auf. Als Kavallerieabzeichen erkennt
man darauf den dunkelgrünen Stern, der ebenfalls auf dem Mantelsack am
Sattel zu sehen ist. Die Hosen bestehen aus demselben Stoff wie der
Frack und haben rote Vorstösse entlang der Seitennähte. Auf der
Innenseite der Hosenbeine sind sie zusätzlich mit schwarzem Leder
verstärkt, was die Beinkleider robuster für das Reiten macht.
Umgehängt
trägt unser Dragoner die Giberne (Patronentasche für die mit Pistolen
bewaffneten Reiter), die aus schwarzem Leder besteht. Am weissledernen
Schulterriemen ist eine Kapseltasche fr die
Perkussionszündhütchen und, an einem Kettchen befestigt, die Räumnadel zur Pistolenreinigung angebracht.
Zu
erkennen ist auch der dünne weisse Lederriemen, mit welchem der
Ladestock, der in einer Schlaufe unter der Giberne hängt, als Vorsorge
gegen das Verlieren im Ritt mit dem Schulterriemen verbunden ist. Dies
Seitenwaffe ist hier der Säbel Ordonnanz 1852, der auch von anderen
berittenen Mannschaften, etwa bei der Artillerie, geführt wurde. Die
dunkelgrüne Uniformfarbe blieb den Dragonern bis zur Einführung des
feldgrauen Uniformstoffes 1914/15 erhalten.
Roger Rebmann
Schweizer Soldat 1/2000
Links:
Dragoner 1835
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