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Mittwoch, den 12. Oktober 2005 um 09:34 Uhr |
Die
Erfahrungen des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 machten auch in der
Schweiz deutlich, dass die Infanterie eine leichte vollautomatische
Unterstützungswaffe brauchte. Diese Erkenntnis führte zur Entwicklung
des leichten Maschinengewehrs 1925, welches dann bis Ende der
20er-Jahre in der Armee eingeführt war. Das Magazin des luftgekühlten
Rückstossladers fasste 30 Schuss im Kaliber 7.5 mm (GP11) und wurde von
der rechten Seite her in den Verschlusskasten eingeführt. Die Waffe
konnte von einem Wehrmann getragen und ohne fremde Hilfe aus dem Stand
abgefeuert werden. Ein gewaltiger Fortschritt, wenn man bedenkt, dass
das Maschinengewehr 1911 noch eine Lafette und zwei Mann als Bedienung
benötigte. Neben dem Zweibein besass die Waffe noch ein Griffstück,
welches wahlweise als Hinterstütze am Koben oder Mittelstütze am
Vorderschaft montiert werden konnte. Dieses in der Höhe verstellbare
Griffstück mit breitem Stützsockel war sowohl Fixierhilfe beim
Liegendschiessen als auch Traghilfe beim Sturmschiessen aus der Hüfte.
Zu der Waffe gehörte ein Wechsellauf, der üblicherweise von einem
zweiten Mann im Lmg-Trupp getragen wurde.
Unser Lmg-Schütze hat
seine Waffe fürs Sturmschiessen mit der Mittelstütze versehen; das
Stützfutteral ist an seiner rechten Hüfte am Ceinturon zu sehen. Um den
Hals trägt er die Magazintragschlaufe, die in ihren zwei Ledertaschen
Platz für insgesamt 4 Reservemagazine bietet.
Zusätzlich trägt der
Schütze die Patronentaschen für die Karabinermunition und das Bajonett,
welches ebenfalls zum Karabiner gehören würde. Die Gefechtspackung des
Schützen umfasst die gerollte Plane, welche über der linken Schulter
getragen wird, während der Brotsack mit der Gamelle und der
Zeltpflocktasche über der rechten getragen wird. An der linken Seite,
neben dem Bajonett am Ceinturon, ist die Gasmaskentasche zu finden. Der
Stahlhelm Ordonnanz 1918 ist mit dem tarnfarbenen Überzug bedeckt,
welcher zu Kriegsbeginn eingeführt wurde, um den damals noch glatten
grünen Helmen ihren verräterischen Glanz in der Sonne zu nehmen. Der
Lmg-Schütze ist mit der Uniform der Ordonnanz 1926 (mit Stehkragen)
bekleidet.
Beim Schuss hatte der Wechsellauf des Lmg zur rechten
Seite des Schützen bereitzuliegen, um den Laufwechsel rasch durchführen
zu können. Gelegentlich machten sich schwarze Schafe unter den
Instruktoren den Spass daraus, die Männer des Lmg-Trupps der
erbärmlichen Weichheit zu bezichtigen, wenn ihnen der brennend-heisse
Lauf beim Laufwechsel aus den Händen fiel. Laut Vorschrift musste der
Lauf nämlich sorgfältig zum Kühlen beiseite gelegt werden.
Roger Rebmann,
Schweizer Soldat 5/2000
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