Schweizerischer Feldweibelverband Sektion St. Gallen/Appenzell
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Schweizer Armee passt sich den Rahmenbedingungen an
Freitag, den 23. November 2007 um 12:33 Uhr

Bern, 22.11.2007 - Die Armee passt sich mit verschiedenen Massnahmen den aktuellen und künftigen Rahmenbedingungen an. Die gestaffelten Massnahmenpakete umfassen die Auslagerung von Aufgaben, die nicht Kernleistungen der Armee sind, massvolle Nutzungs- und Verbrauchseinschränkungen, die zeitliche Verschiebung von Vorhaben und die Liquidation von Fahrzeugen und Geräten, wo betriebswirtschaftlich sinnvoll. Damit sollen für die Truppe wieder optimale Voraussetzungen für die Leistungserbringung geschaffen werden.

Die grundlegend reformierte Schweizer Armee ist seit 2004 operationell. Die Erfahrungen zeigen, dass sie in der Lage ist, ihre verfassungsmässigen Aufträge zu erfüllen. Bei der aktuellen, routinemässigen Überprüfung der Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Armee wurden folgende Herausforderungen identifiziert:

  • Die Planung der Armee XXI basierte auf einem jährlichen Finanzrahmen des Verteidigungsbereiches von 4,3 Milliarden Franken. Nach den Entlastungsprogrammen 03 und 04 sowie diversen weiteren Budgetkürzungen stehen der Armee heute aber jährlich mehrere hundert Millionen Franken weniger als budgetiert zur Verfügung.

  • Die auf modernen Technologien basierenden Waffensysteme schlagen sich in steigenden Betriebs- und Unterhaltskosten nieder, was den Spielraum für künftige Investitionen substanziell einschränkt. Herkömmliche Sparbemühungen können diese Entwicklung nicht mehr auffangen.

  • Wehrmänner leisten in der "Armee XXI" unverändert rund 300 Diensttage. Da aber intensiver trainiert wird, ist der dadurch verursachte Kostenanteil trotz markanter Bestandesreduktion nicht gesunken.

  • Der Bestand der aktiven Armee reduziert sich unter anderem wegen der Auswirkungen des Bologna-Modells langsamer als vorgesehen auf die Plangrösse von 120'000 Armee-Angehörigen, die ihren Dienst in aktiven Einsatz-Formationen leisten. Dies hat namentlich Auswirkungen auf den Logistik-Bereich der Armee, wo auf der Basis von Planzahlen und aufgrund politischer Vorgaben getätigte Einsparungen jetzt teilweise zu personellen und schliesslich materiellen Engpässen führen.

Dies hat die Armeeführung veranlasst, Massnahmen zu ergreifen, die phasenweise - kurz-, mittel- und langfristig - wirken sollen. Die Massnahmen schränken weder die Leistungsfähigkeit der Armee ein, noch beeinträchtigen sie das hohe Ausbildungsniveau.

Kurzfristig, d.h. 2008,
wird schwergewichtig der Logistikbereich der Armee entlastet. Zu diesem Zweck wird die Truppe wieder vermehrt für Leistungen im Zusammenhang mit Betrieb und Unterhalt von Schiess- und Waffenplätzen herangezogen. Zudem wird die Nutzung einzelner Waffensysteme, Geräte und Fahrzeuge massvoll eingeschränkt. Zum Beispiel erhält die Truppe für bestimmte Rohrwaffen weniger grosskalibrige Munition; im Gegenzug soll das Training an Simulatoren erhöht werden. Weiter werden weniger Übungen mit komplexen Informatik- und Telekommunikationsmitteln durchgeführt. Parallel dazu bereitet sich die Armee darauf vor, vermehrt mit externen Partnern zusammenzuarbeiten, um den logistischen Zusatzaufwand der Truppe rasch möglichst wieder zu senken. Eine weitere Massnahme gilt dem Logistikbereich selber: Der geplante weitere Personalabbau wurde sistiert.

Mittelfristig, d.h. ab 2009 bis 2011,
wird sich die Armee von Aufgaben trennen, die extern vergeben werden können, weil sie nicht zu ihren Kerntätigkeiten gehören. Es geht beispielsweise darum, die Auslagerung der Ausbildung ausgewählter Fahrerkategorien im Detail zu prüfen. Ausserdem ist geplant, Fahrzeuge und Systeme, die sich dem betriebswirtschaftlichen Nutzungsende nähern, früher zu liquidieren; gleichzeitig laufen Projekte für Ersatz- oder Neubeschaffungen. Die Ausserdienststellung des im Unterhalt sehr kostspieligen Panzerabwehr-Lenkwaffensystems "DRAGON" wurde bereits kommuniziert Die 2008 eingeleiteten Schlüssel-Massnahmen in der Logistik werden auch in dieser Phase weitergeführt.

Langfristig, d.h. nach 2011,
wird die Armee weiter gehende Kooperationen mit dem zivilen Sektor (Public Private Partnership) eingehen. Ausserdem wird beispielsweise geprüft, ob die Bildung eines Verbandes für Informations-Operationen (Schutz militärischer Kommunikationssysteme und Abwehr von Hackerangriffen) zeitlich aufgeschoben werden soll. Insgesamt geht es nach 2011 darum, den Neuaufbau von Fähigkeiten so zu optimieren, dass Betriebs- und Investitionsaufwand in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.

Sobald die einzelnen Massnahmen konkret sind, wird frühzeitig über deren Umsetzung orientiert.

Quelle: VBS